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Gabi

Urgestein

  • »Gabi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 558

Registrierungsdatum: 27. September 2009

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1

Freitag, 3. Dezember 2010, 22:22

Brille

Ich war heute beim Optiker wegen einer neuen Brille.
Auf dem einen Auge brauche ich 3,25 Dioptrien (dpt, inverse Brennweite), auf dem anderen 2,75 dpt.

Vor ein paar Monaten hatte ich mir im Supermarkt Netto eine Brille für 3 EUR gekauft, die links und rechts 3 Dioptrien hat.
Sie ist vollkommen aus Plastik, fast im Ganzen gegossen, schön ohne Rahmen, nur an der Bügelbefestigung je ein Metallgelenk.
Am Anfang sah ich nicht besonders gut damit, aber nach wenigen Stunden legte sich das und ich kann damit sowohl den Bildschirm scharf sehen als auch in die Ferne.
( Nur für klitzekleine Objekte (Läusegröße) brauche ich die alte Nah-Lesebrille (deren Bügel nickelhaltig sind und bei mir Ausschlag am Kopf verursachen).)

Dem Optiker war sofort klar, warum das geht:
Den Bildschirm sehe ich mit dem rechten Auge, da schaltet das Hirn das linke Auge ab.
Die Ferne sehe ich mit dem linken Auge, das schaltet das Hirn das rechte Auge ab.

Jetzt wollte er mir am liebsten wieder eine Gleitsichtbrille machen, die sich oben und unten unterscheidet. So machen es ja alle.
So eine habe ich, aber mit der Billigbrille hatte ich die wenigsten Schwierigkeiten, auf Treppen usw. . Sie ist sozusagen Gleitsicht Rechts-Links geteilt.
Da ich die Oben-Unten-Gleitsichtbrille nicht wieder haben will, soll ich nach seiner Meinung eine Fernsichtbrille tragen zum Herumlaufen und Autofahren, und wenn ich auf der Suppenpackung den Preisaufdruck lesen will, muss ich erst die Brille wechseln.

Mir die Billigbrille nachzubauen (Dioptrien-Mittelwert), das lehnt er ab, ist gegen seine Berufsehre. Er kann nur bestellen, was er gemessen hat.
Nach langem Hin und Her will er mir auf meine Verantwortung eine Ein-Augen-Brille machen (rechts halbnah, links fern), aber mit 3,25 und 2,75 dpt.
Das bedeutet, das falsche Auge (für den jeweiligen Sehvorgang) sieht noch schlechter als bei 3 dpt.

Eigentlich macht er das, was er ablehnt, noch schlimmer, weil er an anderer Stelle zu korrekt ist.
Oder hat er recht: Abgeschaltet ist abgeschaltet ?

Was ändert sich im Hirn wenn eine Seite nichts zu tun kriegt ?
Kann das ein Optiker beurteilen ?
Ich schätze, ein Augenarzt auch nicht, der ist noch mehr mit Vorurteilen vollgestopft.

Habe neulich was Interessantes gelesen: Es gibt Fälle von Schizophrenie, wo mit dem Wechsel der Persönlichkeit auch die Sehschärfe stark schwankt.
--> Es passiert sowieso ALLES im Hirn, nicht im Auge. Und OPs am Auge sind im Grunde schwere Körperverletzung.

Ist eine falsche Brillenphilosophie dann nicht auch Körperverletzung, weil sie das Hirn zum Korrektur-Denken zwingt ?

Vielleicht ist der Einzelaugen-Modus ganz normal ? Nur seit wir alles nachmessen, werden uns stattdessen Brillen und Sehschäden aufgezwungen ?

MfG
Gabi

Philipp

Profi

Beiträge: 58

Registrierungsdatum: 28. September 2009

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2

Samstag, 4. Dezember 2010, 03:52

knifflige Fragen. Grundsätzlich, das ist ja klar, wird eine Sehhilfe das Organ eher schwächen als stärken. Im Prinzip müssten sämtliche Brillen verboten werden, da sie die Muskulatur der Iris entlasten, und auf die Dauer eben schwächen. Wenn kein Bedarf besteht, wendet der Organismus keine Energie mehr auf. In der Praxis sieht es jedoch wieder ganz anders aus, da haben die Leute eine Sehschwäche, und wollen lesen und arbeiten. Darum sind Sehhilfen in Ordnung. Ich wage zwar zu behaupten, dass die Menschen nur zuwenig Zeit und Geduld haben, um sich die Sehfähigkeit wieder auf natürlichem Wege anzueignen. Das kann eben länger dauern, und muss laufend trainiert werden. Dazu kommt, dass es ja einen Grund für die Sehschwäche gibt. Das ist ja eigentlich der Auslöser, der Hauptfaktor. Ein Hauptfaktor, der der Person und dem Optiker selten bewusst ist. Ist aber schwierig zu finden, und selbst wenn, was soll man tun?

Vielleicht haben wir etwas ansehen müssen, das uns irritiert, und wollen gar das gar nicht mehr sehen. Das wirkt sich dann auf das gesamte Sinnesorgan aus. Wie bei der Schwerhörigkeit, wo die Menschen eigentlich gar nicht mehr hören wollen, und dennoch Hörgeräte in Anspruch nehmen müssen, da es erforderlich ist für den Alltag. Eigentlich eine groteske Situation, die Natur ist da unerbittlich. Wenn von einem Sinnesorgan "ungesunde", also die Gesamtheit gefährdende Informationen aufgenommen werden, ist es manchmal aus der Sicht der Natur besser, das Sinnesorgan zu schwächen oder auszuschalten, damit die Gesamtheit wohlauf bleibt. Das kann ein profanes Werbeplakat sein, eine nichtssagende Fernsehsendung, ein banaler Text. Ich bin diesen Auslösern praktisch nie auf die Schliche gekommen, ich plage mich stets nur mit den Symptomen ab. :P
Das ist Dir, Gabi, natürlich alles bekannt, ich erwähne es einfach der Vollständigkeit halber, und weil mich das Thema sowieso beschäftigt im Moment.

Das sind "interne" Vorgänge, die uns in der Regel gar nicht bewusst sind. Selbst wenn wir diese internen Vorgänge in der Theorie kennen, hilft das oftmals nichts, wir brauchen Brillen, Hörgeräte, Krücken, Herzschrittmacher, etc., und es ist auch gut, dass es solche Hilfsmittel gibt. In früheren Zeiten blieb so eine Einschränkung möglicherweise bestehen, und die Person hatte bleibende konkrete Nachteile. Heute kann man vieles richten, das ist super.
Ein "Zurück" in den gesunden Zustand ist meist nur theoretisch möglich, in der Praxis ist das eher selten der Fall. Im traditionellen indischen Yoga gibt es Übungen, um sich die Sehfähigkeit zurückzugewinnen. Ich kannte mal einen Mann, der dies ein paar Jahre praktiziert hat, und tatsächlich die Brille weglegen konnte. Aber da die Übungen eben Zeit und Anstrengung abverlangen, und die Ursache bzw. die Wiederholung dessen (Rezitiv) vermutlich bestehen blieb, griff er dann doch wieder zur Brille und blieb dabei. :)

Ich denke, es ist völlig normal, dass die zwei Augen unterschiedlich sehen. Bei mir sieht ein Auge schärfer für entfernte Objekte/Landschaften/Helligkeit, das andere nimmt die Farben besser wahr. Das war schon im Kindesalter so, das war sogar Grundlage für ein Spiel. Wenn ich geblendet werde von der Sonne, kneife ich immer dasselbe Auge zu, da es empfindlicher ist auf Helligkeit. Das andere Auge, das Farbauge, dient dann für die Orientierung. Beide Augen zusammen ergeben aber ein gutes Team, sozusagen. Deshalb würde ich meinen, dass eine Brille mit zwei verschiedenen Dioptrien wohl die geeignete Lösung ist.

Ein etwas kostspieliges Experiment wäre, die Dioptrien einen Tick zuwenig einzustellen. Wir wissen ja, wie unglaublich anpassungsfähig unsere Organe sind. Wie Du ja auch geschrieben hast, dauert es nur kurze Zeit, bis sich die Augen an die neuen Bedingungen anpassen. Ich hörte auch davon, dass mit einer Prismabrille, die die Sicht um 180° dreht, die Augen sich umstellen nach kurzer Zeit (man sieht die Objekte normal, also aufrecht), und wenn man die Prismabrille abnimmt, wieder eine Zeit braucht, das umgekehrte Bild im Netzhaut-Gehirn-System wieder zurückzudrehen. Da kann der Optiker sicher hilfreich sein, das sind Dinge, die er wissen muss.
Nach einer Woche könnte man noch eine schwächere Brille anfertigen, um so vielleicht sogar zur ursprünglichen Sehfähigkeit zurückgelangen. Aber das ist wieder Theorie, und die Ursache/Rezitiv könnte wieder dazwischenfunken. Ich würde mir auf jeden Fall keine zu starken Gläser machen lassen.

Wichtig scheint mir auch, dass der Zustand der Augen nicht konstant ist. Es gibt Tage, wo ich echt Probleme habe mit den Augen, und muss mich (nicht nur die Augen, der ganze Mensch) etwas schonen, einen Gang zurückschalten. Nach einer Weile oder einem ganzen Tag geht es wieder, die volle Sicht und Schärfe ist wiederhergestellt. Solche Dinge sind dem Optiker vielleicht nicht so bekannt, oder er darf es nicht erwähnen. Als Fachmann steht man oft unter Druck oder "Berufsehre". Ich habe jedoch oft die Erfahrung gemacht, dass die Fachleute eigentlich ziemlich viel über ihr Gebiet wissen, aber nur das Messbare vertreten dürfen. Solange kein Artikel über eine bestimmte Beobachtung oder Erfahrung publiziert wurde, bleibt sie tabu. :D

Gabi

Urgestein

  • »Gabi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 558

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3

Samstag, 4. Dezember 2010, 08:51

Vielen Dank für die Tips.

Heute Nacht fiel mir ein, dass vielleicht die Symmetrie um die 3 dpt sich erst seit der Billigbrille eingestellt hat ?
Dann könnte man sich langsam runter-brillen.

Da also das Hirn momentan rechts mit 3 dpt klarkommt für den Bildschirm, wäre angesagt (2,75+3)/2=2,875 dpt auf beiden Seiten.
Wenn dann ein halbes Jahr später die rechte Seite nachgezogen hat (bei der Messung), ist vielleicht auch die linke wieder etwas niedriger ?
Möglicherweise muss ich da den Optiker wechseln (einen mit weniger Berufsehre).
Der wirtschaftliche Überlebenswille des Optikers unterstützt natürlich die Berufsehre.

MfG
Gabi

Philipp

Profi

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4

Samstag, 4. Dezember 2010, 20:39

ich vermute, dass die Augen unabhängig sind voneinander. Also wenn sich ein Auge anpasst, wird das andere Auge nicht mitziehen, das wird separat geregelt. Also auf Organebene, das Gehirn ist sekundär, vermute ich mal. Und ich denke, solche Anpassungen mit Hilfe von Gläsern dauern nur Stunden, oder höchstens ein paar Tage. Ohne Gläser kann das unter Umständen lange dauern, vor allem, wenn man dann nichts mehr liest ("ich kann das nicht lesen, lies du mir das vor"). Wenn man - ohne Gläser - etwas ganz wichtiges erledigen muss, z.B. ein Uhrmacher, der fern von aller Zivilisation lebt, kann es dann schon schnell gehen. Es geht einfach um die Anstrengung und Motivation. Wenn man keine Alternative hat, gibt man sich mehr Mühe. Du verstehst schon.

Das mit dem "Runter-brillen" würde ich mal den Optiker (oder einen anderen) fragen. Das würde mich interessieren, ob das bekannt ist unter Fachleuten. Ich war eben noch nie bei einem Optiker, ich habe keine Ahnung, wie das da läuft. Ich bin mir fast sicher, dass davon gemunkelt wird, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand.

emm-kaa

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5

Montag, 6. Dezember 2010, 08:11

Weitsichtigkeit kontra Kurzsichigkeit

Zu
inverse Brennweite
Meine Erfahrung ist, dass die Augen das sehen, was der inneren "Einstellung" entspricht.
Da ich die "Wirklichkeit/Realität" nicht so sehen kann, wie es mir von außen "aufgezwungen" wird, sehe isch zwangsläufig mit "verbogenen" Augen.
Deshalb kommt da bei mir einiges zusammen:
Linkes Auge ist mein "starkes" Auge. + 3,25 Dioptrien, -1,75 Zylinder (Astigmatismus/Stäbchensichtigkeit) bei 105 Grad
Rechtes Auge ist mein schwaches Auge. +2,75 Dioptrien, -0,75 Zylinder bei 90 Grad. Eine Brille aus dem Kaufhaus hätte keine Chance.
Ich lebe im Moment ganz gut mit meiner Gleitsichtbrille (ICH BIN ja anpassugsfähig), aber ohne Brille sehe ich nur das "Nötigste".
Dazu kommt noch ein Tinnitus (mehr auf dem linkem als auf dem rechten Ohr mit einem hohen Ton).

Wie sagte schon Sabine Wolf?
Zur Zeit leben viele der noch nicht "aufgestiegenen Meister" mit Brille und Tinnitus.
Ich bin lieber WEIT-Sichtig als Kurzsichtig oder gar angepasst und mit meinen Ohrtönen habe ich mich arrangiert.
Meine Versuche mit "Lochbrille" vor einigen Jahren waren auch "für die Katz". Das war nur anstrengend.

LG
Matthias

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