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Philipp

Profi

Beiträge: 56

Registrierungsdatum: 28. September 2009

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2

Mittwoch, 7. August 2013, 05:20

habe die Videos (wie eigentlich fast immer in einem Forum) nicht angeguckt, aber Masanobu Fukuoka ist ein Idol für mich, da er Permakultur in Reinform entwickelt und kultiviert hat, bevor es den Begriff gab. Einzelne Punkte, die mir geblieben sind: Käfer (Maikäfer) aussetzen, die Läuse oder andere Fresser fressen, Hühner, die im Garten rumlaufen und einen beträchtlichen Teil der Gartenarbeit (Jäten, Düngen) erledigen. 3-5 Stunden Arbeit pro Mensch/Tag. Ein funktionierendes System. Elegant, klug, effizient. Das natürlich nur an jenem Ort funktioniert, wo man das System entwickelt hat. Fukuoka war ja ursprünglich Agronom, also Akademiker. Das System mit Reis, Obstbäumen und Hühnern wird wohl nur in Japan, und vielleicht auch nur an dem spezifischen Ort, vollumfänglich funktionieren. Das hat er selbst gesagt. Man muss den Grundgedanken verfolgen und eigene Forschungen betreiben, und nach einigen Jahren kann man es professionell anwenden.

Bringt mich zu einem anderen Pionier, Jean Pain. Der soll mit Holzschnitzelkompost eine Heiz- und Methangasanlage gebaut haben, die sein Haus heizte (direkt, durch Kompostwärme) und Methan für den Kochherd zur Verfügung stellte. Aber auch da, wo man es nicht so sehr vermuten würde, ist die lokale Situation ausschlaggebend. Das sagt Steven Smith, ein Australier, der selber sich so ein System gebaut hat. Auf Anfragen nach einer Anleitung antwortet er stets, dass man selber schauen muss, er als Berater vor Ort gerufen sein könnte, aber dass es kein Patentrezept gäbe.

Pragmatisch/akademisch gesehen ist das Bullshit, und ist sicherlich Grund dafür, dass diese Errungenschaften es so schwer haben, ins Bewusstsein oder gar in die Praxis umgesetzt zu werden. Andererseits freut mich diese Tatsache, dass jeder Interessierte sich tiefgreifend mit dem Thema beschäftigen muss. So soll es sein. Ein Volk von Denkern und Forschern, die ihre spezifische, lokale Lösung finden müssen. Nicht ein Volk von Anwendern, die einem starren Schema folgen und dann sogar meinen, sie seien gut. Das ist auf der Webseite von Smith deutlich erkennbar, wie hilflos und kindisch die Leute Rat von Smith erhoffen oder fordern, und "keine Zeit" für eigene Forschungen und Anwendungen haben, obwohl sie ausgebildete Bauern/Gärtner sind. Dabei erklärt und zeigt er (wie Jean Pain) das und wie es geht. Im lokalen Umfeld, wo sie sich befinden natürlich. Das lässt sich nicht 1:1 übertragen.

Es ist auch ein Zeichen von Armut oder Verarmung, dass die Leute (meist Bauern und Gärtner) sich so schwer tun bei einer eigentlich gut erklärten prinzipiellen Anleitung. Sie sind nicht trainiert im Eigendenken. Des Lebens lang folgten sie den Anweisungen der Schule, der Industrie, und verlernten ein Bisschen, den Boden oder die Natur im Ganzen zu nutzen. Sie wirken ziemlich hilflos, wenn sie etwas selber experimentieren sollen. Das ist leider der Momentanzustand, aber ich bin mir ganz sicher, dass sich das schnell wieder ändern kann. Ändern wird, so hoffe ich jedenfalls, obwohl der Faktor Zeit überhaubt keine Rolle spielt. Es ist die angeborene Ungeduld, die stets die Veränderung jetzt will. Der entrückte Geist jedoch sieht die Sache gelassener, sie/er weiss, dass notwendige Entwicklungen kommen müssen. Wann, spielt keine Rolle. Dass es kommen wird, ist alleine wichtig.

Fukuoka, Schauberger, Pain, das sind gute Helfer für den Alltag. Die Umsetzung, vor allem im globalen Stil, wird zweifellos noch lange dauern, doch die Samen der Idee bzw. Innovation (manche Sachen hatten wir noch nicht, oder, vielleicht besser formuliert, hatten wir schon, aber sind lange, lange vergessen) sind wieder da. Neulich sprach ich mit einem Hippie, von dem ich nicht viel erwartete, und er belehrte mich in vielfältiger Weise, wo ich nur noch staunen konnte. Das Bewusstsein ist da, halt nur lokal und bei wenigen Menschen, aber das spielt keine Rolle. Das Wissen ist da. Die Umsetzung, vor allem im grossen Umfang, auch in urbanen Gebieten, wird noch viele Herausforderungen bieten, die wir aber als Gemeinschaft meistern können und werden. Schliesslich haben wir gar keine andere Wahl, oder? ;)

Das ist übrigens mein Hauptargument für Evolution. Wir, die Menscheit, haben gar keine andere Wahl als uns weiterzuentwickeln. Wer Regression (oder wie die Rockgruppe "Devo" eine "Devolution", also Rückentwicklung) befürchtet, kann sich in Sicherheit wiegen. Es ist gar nicht möglich. So wie eine Pflanze zwangsläufig heliotrop wächst und grösser wird, so entwickelt sich die Menscheit. Mit dem Unterschied, dass sich die Menscheit linear entwickelt, währenddem sich die Pflanze zyklisch entwickelt. Es gibt zwar schon zyklische Entwicklungsstadien in der Menschenkultur, aber es geht stets aufwärts. Das mag etwas ketzerisch erscheinen im Angesicht der heutigen Wirtschaftsmisere und politischen Instabilitäten, doch das sind nur Geburtswehen und Altlasten, die im Laufe der Entwicklung notwendig, aber an sich nur geringe Bedeutung haben. Tragisch alleweil, aber im grossen Schema ziemlich unbedeutend. Schmerzhaft, aber notwendig, und eben dadurch auch vergänglich. Alles Illusorische, nicht der Wahrheit entsprechende, ist vergänglich. Einzig das Wahre besteht, und da sind wir Fukuoka und anderen Denkern dankbar, dass sie uns den Weg zeigen.

Gabi

Urgestein

Beiträge: 548

Registrierungsdatum: 27. September 2009

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3

Mittwoch, 7. August 2013, 12:51

Entwicklung wohin ?

Das Wort Evolution sagt, von Einfach zu Kompliziert. (1)
Das Wort Involution sagt, von gestört (Mensch, Tier, Pflanze) zurück zu ungestört (göttlich). (2)

Wir kehren gerade um von (1) nach (2), da ist endlich wieder Naturnähe angesagt.

Im ganz großen Maßstab betrachtet:

Betrachten wir die Raumwirbel, die wir sind.
Kann ein gestörter Raumwirbel besser sein als ein ungestörter ?
Gestört heißt in dem Fall: der Vielfalt zuliebe.
Durch Störung wird Vielfalt erzeugt (das zeigten schon meine ersten Experimente mit den Fraktalen vor 25 Jahren):
http://www.aladin24.de/chaos/chaos3a.htm

Das Wort "besser" ist wahrscheinlich unpassend. Anders, neu ist besser als besser.

Also ein idealer Raumwirbel entschließt sich, sich weh zu tun (oder wehtun zu lassen), um hinterher anders zu sein.
Das sind diese "Schluchten" in unserer Aura, von der Sabine Wolf (kristallmensch.tv) spricht, die von Menschheit zu Menschheit (jetzt die vierte) in der Anzahl zunehmen (senkrecht, waagerecht1, waagerecht2, diagonal1, ...
Jedesmal geht es sogut wie von vorne los. Das (vorherige) Bewusstsein verliert die Besinnung, fällt quasi vor Schmerz ins Coma, und muss sich neu zusammensortieren (Evolution), um am Ende wieder alles wahrzunehmen, was (schon immer) ist. Es kommt dabei aber auch zurück (Involution) zu seinem Ursprung, wie ein Wanderer nach vielen Abenteuern (vielleicht) wieder nach Hause kommt, verändert, aber er selbst.

MfG
Gabi